Wolfgang Müller: Gestaltbildung in Performance und Konzeptkunst

Vortrag
Wolfgang Müller: Gestaltbildung in Performance und Konzeptkunst
Mittwoch, 21. Oktober 2015, 19 Uhr, Aula

Wolfgang Müller * 1957 in Wolfsburg. Er zieht 1979 nach West-Berlin. Dort gründet er „Die Tödliche Doris“. Angeregt von Marcel Duchamp fragt er: „Kann man etwas machen, das keine Musik ist?“ Es entstehen zahlreiche unmusikalische, außermusikalische und übermusikalische Werke. Sein Manifest des musikalisch-künstlerischen West-Berliner Undergrounds „Geniale Dilletanten“ erscheint 1981 im Merve-Verlag. Ab 1990 dehnt er seine „Missverständniswissenschaft“ (Marcel Beyer) auf Island aus. Als Professor der HfBK Hamburg unterrichtet er 2001-2002 Elfen-, Zwergen- und Geschlechterkunde. Den Karl-Sczuka-Preis erhält er 2009 in Donaueschingen für sein Werk „Séance Vocibus Avium“, ein Hörspiel mit den rekonstruierten Gesängen ausgestorbener Vogelarten.  Sein 2013 bei philo Fine Arts erschienenes  Buch „Subkultur Westberlin 1979 – 1989.Freizeit“ ist inzwischen in 4. Auflage erschienen. Zur Zeit recherchiert er über den Tanz „Pause“ (1919) von Valeska Gert. 

Müller spricht in seinem Vortrag über Beispiele von Materialisierungen des Konzeptes der Tödlichen Doris: Von der schwarzen Vinyl-LP zur unsichtbaren LP. Für jeden Song einen Modeentwurf. Das Gegenstück zu Michel Jacksons BAD (1987), die 1988 erscheinende BAT von Wolfgang Müller mit den Ultraschallecholauten einheimischer Fledermausarten, Experimentelle Plastik, Elfen und Zwergenkunde in der Walther von Goethe Foundation Reykjavík. Séance Vocibus Avium - die rekonstruierten Rufe ausgestorbener Vogelarten - vom Riesenalk zur Neuseeländischen Schwarzbrustwachtel.  Die Elfengebärde. Neues von der Missverständniswissenschaft. Valeska Gert und ihr Tanz "Pause".