Katharina Fritsch & Julian Heynen

Gespräch
Katharina Fritsch im Gespräch mit Julian Heynen
Freitag, 30. November 2012, 19 Uhr, MMK Museum für Moderne Kunst, Domstrasse 10

In der dritten Ausgabe der gemeinsam von der Städelschule und dem Museum für Moderne Kunst konzipierten Veranstaltungsreihe MMK Talks dreht sich alles um das Thema "The Artists". Herausragende Künstler aus der MMK Sammlung diskutieren mit jeweils einem Gesprächspartner ihrer Wahl.

Katharina Fritsch wird 1956 in Essen geboren. Sie ergreift zunächst das Studium Geschichte und Kunstgeschichte in Münster, wechselt jedoch 1977 die Fächer und geht an die Kunstakademie Düsseldorf, an der sie bei Fritz Schwegler bis 1984 studiert. 2001 erhält Fritsch eine Professur für Bildhauerei an der Kunstakademie Münster und seit 2010 lehrt sie an der Kunstakademie Düsseldorf.
Ihre Skulpturen, Objekte, Bilder und Installationen spielen mit der Spannung von Realität und Irrealem, von Surrealem und Unheimlichem, von Sein und Schein. In ihrer plakativen Zeichenhaftigkeit, ihrer Einprägsamkeit weisen die in veränderten medialen Zusammenhängen gezeigten Objekte durchaus Parallelen zur populären Bildwelt, zu computergenerierten Icons und Bildkürzeln oder comichaften Figuren auf.
Fritschs Objekte basieren auf einem die künstlerische »Vision« rekonstruierenden, aber zugleich auch an den industriell gefertigten figürlichen Alltagserzeugnissen ausgerichteten skulpturalen Entwicklungsprozess. Die Künstlerin bedient sich dabei aktueller Fabrikationstechniken, produziert Prototypen aus Polyester, Plastik, Plexiglas. Werke wie ihre bekannte Tischgesellschaft (1988), eine Installation männlicher Figuren an zwei Seiten eines langen, ornamental bedeckten Tisches, zeigen dies in ihrer formalisierten Figürlichkeit und der deckenden schwarz-weißen Farbigkeit der seriellen Gestalten, die dem gesamten Ensemble eine ebenso unpersönliche wie irreale Dimension verleihen. Zugleich erscheinen solche Arbeiten auch wie skulpturale Fassungen medial vermittelter Bilder, wie manifest gewordene Klischees.

Julian Heynen studierte Kunst- und Literaturgeschichte und promovierte über den amerikanischen Maler Barnett Newman. Seit den achtziger Jahren Kurator und Autor für zeitgenössische Kunst. Assistent am Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg, Ausstellungsleiter und stellv. Direktor der Krefelder Kunstmuseen (Museum Haus Lange, Museum Haus Esters, Kaiser Wilhelm Museum). Danach Künstlerischer Leiter von K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Seit 2009 Künstlerischer Leiter für besondere Aufgaben bei der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. 2003 und 2005 Kommissar des deutschen Pavillons auf der Biennale von Venedig, 2007 Ko-Kurator der Shanghai Biennale. 2007 bis 2010 Teilnehmer der Fernsehsendung „Bilderstreit“ (3SAT).

Eine Kooperation von Städelschule und MMK Museum für Moderne Kunst.
Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.